Angesichts von Klimawandel und Artensterben, besonders sichtbar durch den Rückgang von Insekten und Vögeln, fragen sich viele, wie sie persönlich helfen können. Durch naturnahe Gartengestaltung besteht die Chance, Lebensräume für die heimische Tierwelt zu schaffen und den Klimawandel abzumildern. Zwar mögen kleine Gärten angesichts intensiver Landwirtschaft und Bautätigkeit unbedeutend erscheinen, doch viele naturnah gestaltete Flächen können zusammen einen großen Unterschied machen.
In den letzten Jahrzehnten führte der Wunsch nach ordentlichen, pflegeleichten Gärten zur Versiegelung und Verschotterung von Flächen sowie zur Nutzung exotischer Pflanzen – auf Kosten der Artenvielfalt und des Klimas.
Wir laden Sie ein, eine neue Perspektive einzunehmen: Ein naturnaher Garten ist vielfältig und bietet immer wieder neue Anblicke. Er ermutigt dazu, Gelassenheit zu üben und nicht ständig gegen die Natur anzukämpfen. Probieren Sie z.B. den „Mähfreien Mai“ aus und lassen Sie die Natur ihren Lauf nehmen.
Mit etwas Wissen und Fantasie kann ein ökologisch wertvoller und schöner Garten entstehen. Selbst kleine Flächen können vielfältige Strukturen bieten, wie z.B. Reisighaufen, Trockenmauern oder Kräuterspiralen, die Lebensraum für viele Tiere schaffen. Kleine Wasserflächen werden von Vögeln und Insekten als Tränke genutzt, und Blühflächen aus heimischen Kräutern dienen als Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge.
Ein naturnaher Garten zeichnet sich aus durch:
- Natürlichkeit: Nutzung heimischer Pflanzen, Verzicht auf Biozide, viele unbefestigte Flächen, angepasst an die natürlichen Gegebenheiten (Sonne/Schatten, Bodenbeschaffenheit).
- Vielfalt: Lebensräume für viele Tierarten, z.B. Wasserflächen, Gehölze, Wiese, Beet, Trockenmauer, Kräuterspirale, Pflanzenvielfalt, Fassadenbegrünung, Totholz, offene Sand- oder Lehmbereiche, Nisthilfen für Insekten, Vögel, Fledermäuse usw.
- Nachhaltigkeit: Verwendung von Recycling-Materialien (z. B. Palettenholz, gebrauchte Pflastersteine, Flechtzäune aus Haselruten, Benjeshecken aus Grünschnitt usw.), keine torfhaltige Erde oder Tropenhölzer, (neuen) Beton und Kunststoff vermeiden.
- Dynamik: Zulassen natürlicher Prozesse, Jahreszeitenwechsel und Anpassungen an die Witterung.
- Ökologische Stabilität: Wenig Pflegeeingriffe, Nutzung von Regenwasser und Kompost – was auch weniger Arbeit bedeutet.
- Attraktivität und Aufenthaltsqualität: Blühaspekte von Frühjahr bis Herbst, gemütliche Sitzplätze, Schatten und Sonne für Mensch und Tier, Räume schaffen z. B. durch höhere Gehölze, begrünte Wände/Zäune/Rosenbögen/ Pergolen, Erkennen von Schönheit in der Natürlichkeit.
Diese Art der Gartengestaltung schafft nicht nur einen ökologischen Mehrwert, sondern auch einen Ort zum Wohlfühlen für Mensch und Tier.
Hier finden Sie noch weitere Tipps und Anregungen:
Naturgarten
Bingo Umweltstiftung
Landkreis Information Schottergärten
NABU