Die Geschichte Lilienthals

Gemälde "Sternwarte von J. H. Schroeter"
Gemälde "Sternwarte von J. H. Schroeter"

Im Folgenden finden Sie einige wichtige Auszüge aus der Geschichte der Gemeinde Lilienthal. Wenn Sie gerne die komplette Geschichte der Gemeinde Lilienthal erfahren möchten, dann empfehlen wir Ihnen einen Besuch im Heimatmuseum Lilienthal.

Kleine Ortsgeschichte: Lilienthal in Zahlen

2014
Seit dem 1. August 2014 verkehrt die Straßenbahnlinie 4 zwischen Bremen-Arsten über den Hauptbahnhof nach Lilienthal-Falkenberg.

 

2011
Mit dem ersten Spatenstich beginnen die Bauarbeiten zur Verlängerung der Bremer Straßenbahnlinie 4 von Bremen-Borgfeld bis nach Lilienthal-Falkenberg.

 
2010
Die Ortsentlastungsstraße "Lilienthaler Allee" wird fertig gestellt und eröffnet.

 
2007
Die Gemeinde Lilienthal feiert ihr 775-jähriges Bestehen.

 
2006
Der Verein Oll'n Handwarkers ut Worphusen un annere Dörper e. V. eröffnet das Handwerkermuseum auf der Lilienhof-Anlage in Lilienthal-Worphausen.

 
2005
Einweihung der ersten öffentlichen Steganlage von Lilienthal in der Wörpe.

 
2004
Zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Lilienthal wird Willy Hollatz (Bündnis 90 / Die Grünen) gewählt.
Eröffnung des Golfplatzes an der Landwehr in Lilienthal. Der Golfclub Lilienthal e. V. betreibt seitdem den ersten integrativen Golfplatz in Deutschland.

 
2003
Die Lilienthaler Kunststiftung Monika und Hans Adolf Cordes wurde gegründet und stellte seine Werke in der Galerie in Murkens Hof aus.

 
2002
Am 21. November 2002 wurde die Bürgerstiftung Lilienthal von neun engagierten Lilienthaler Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Die unabhängige, gemeinnützige Stiftung engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in Lilienthal.

 
2000

Die AVL, die Astronomische Vereinigung Lilienthal e. V., wurde im Juni 2000 gegründet. Die AVL hält die astronomische Geschichte Lilienthals lebendig und hat sich zum Ziel gesetzt die ursprünglichste Form der Natur - das Weltall - durch Beobachtung und mit Fotografien zu erleben und mit Veranstaltungen wie Vorträgen für die Allgemeinheit erlebbar zu machen.
200-Jahr-Feier der Astronomischen Gesellschaft e. V. in Lilienthal.
Einwohnerzahl: circa 18.000

 
1999
 
Am 10. Oktober wird der 1. Bauabschnitt der Ortsentlastungsstraße dem Verkehr übergeben.

 
1997 
Die „Höge“ brennt bis auf die Grundmauern nieder.

 
1993
Die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Emerainville wird am 1. Mai besiegelt.
Nach Umbau gemäß den Plänen des Architekten Müller-Menkens wird "Murkens Hof" am 27. August seiner Bestimmung als kulturelle Begegnunsstätte mit Bibliothek und Volkshochschule übergeben.
Am 5. November wird das Amtmann-Schroeter-Haus als Haus für soziale Dienste eingeweiht.

 
1989 

A. Rollmann stiftet die Mittel zur Anschaffung von 5 Gemälden der Lilienthaler Astronomen des Malers H. W. Vogt-Vilseck.

 
1987 
Kauf des Vorwerks „Höge“ durch die Gemeinde Lilienthal und Errichtung als Begegnungsstätte.

 
1985 
Gründung der Freilichtbühne Lilienthal e.V.

 
1982 
750-Jahr-Feier Lilienthals.

 
1978 
wird das neu errichtete Rathaus und das Sportzentrum Schoofmoor ihrer Bestimmung übergeben.

 
1977 
Gründung des Wirtschaftsinteressenring Lilienthal e.V..
Einweihung des Hallenbads.

 
1975 
wird die „Arbeitsgemeinschaft Kultur“ ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss von 18 auf kulturellen Gebieten tätigen Vereinen.

 
1974 
kommen durch die Gebietsreform die Gemeinden St. Jürgen, Worphausen, Heidberg und Seebergen zu Lilienthal. Einwohnerzahl nach der Gebietsreform: 15601. Lilienthal besteht nun aus 37 ehemals selbständigen Dörfern auf einer Fläche von 72 km².
Die Volkshochschule Lilienthal beginnt mit ersten Vorlesungen und Kursen.

 
1971 
wird mit der holländischen Gemeinde Stadskanaal eine erste Partnerschaft eingegangen, die im Rahmen eines gemeinsamen Europas zu einer völkerverbindenden Freundschaft wird.

 
1962 
wird Lilienthal von einer Flutkatastrophe betroffen. Mehrere Häuser und Straßen an der Wörpe stehen unter Wasser.
Das Evangelische Hospital errichtet ein Krankenhaus, ein Altenheim und ein Kinderheim in Lilienthal. Später werden Altenwohnungen und ein Therapiezentrum für behinderte Kinder angegliedert.

 
1961 
Einweihung der katholischen Kirche „Zum guten Hirten“.

 
1950-1975 
entstehen in Lilienthal viele Neubauten und Schulen. Die Einwohnerzahl beträgt 1974 vor der Gebietsreform circa 11.414.

 
1954 
stellt die Kleinbahn „Jan-Reiners“ ihren Betrieb ein.

 
1950 
gründet sich der Lilienthaler Heimatverein e.V.

 
1939-1945 
werden in Lilienthal infolge der Kriegsereignisse mehrere Häuser durch Bomben zerstört. Am 1. Mai besetzen englische Truppen den Ort. Viele Flüchtlinge aus dem Osten und Ausgebombte aus Bremen finden in Lilienthal ein erstes Asyl und später eine neue Heimat. Die Einwohnerzahl steigt rapide auf 5.246 an. Einige Tage vor Kriegsende werden die Wümmebrücken gesprengt.
 
1936
Emigration der jüdischen Fotografenfamilie Frank in die USA.

 
1937 
wird Lilienthal Großgemeinde durch Eingemeindung der Orte Butendiek, Trupe, Moorhausen, Falkenberg und Trupermoor. Einwohnerzahl: 3.120.

 
1932 
feiert Lilienthal das 700jährige Jubiläum der Klostergründung.

 
1930 
wird die neue Wörpebrücke beim Borgfelder Landhaus eingeweiht.

 
1926 
entsteht die Omnibuslinie Horn-Lilienthal.

 
1914 - 1918 
besteht im Amtshaus ein Lazarett. Einwohnerzahl: 1.000.

 
1900 
nimmt die Kleinbahnlinie „Jan-Reiners“ zwischen Bremen und Tarmstedt ihren Betrieb auf.

 
1885 
wird im Zuge der großen preußischen Verwaltungsreform das Amt Lilienthal aufgelöst, und es entsteht zusammen mit den ehemaligen Ämtern Osterholz und Blumenthal der Landkreis Osterholz.

 
1882 
erfolgte die Überbrückung der Wümmeniederung durch den Bau der Flutbrücke im Zuge der Borgfelder Heerstraße.

 
1880 - 1881 
erlebt Lilienthal eine Hochwasserkatastrophe, die einen Deichbruch in Niederblockland zur Folge hat. Viele Ortsstraßen werden überflutet.

 
1879
Das Gründungjahr der Druckerei J.C. Meister, zugleich Herausgeber der „Wümme-Zeitung“, auch heute noch in Lilienthal gelesen.
Einwohnerzahl: 830

 
1866 
wird Lilienthal preußisch.

 
1863 
wird die Lilienthaler Sparkasse eröffnet.

 
1852
wird Lilienthal Sitz eines Amtsgerichts und 1857 eines Postamtes.

 
1838 - 1882
Mehrere Vereine werden gegründet: Gesangverein (1838), Turnverein (1862), Schützenverein (Lilienthal 1863, Falkenberg 1872), Frauenverein (1882).

 
1832 
wird in Lilienthal eine Apotheke eingerichtet. Der Arzt Dr. Zincke lässt sich nieder. Die Einwohnerzahl beträgt 616.

 
1827 
erhält Lilienthal 50 ha Land am Ostufer der unteren Wörpe in Zusammenhang mit der Gründung Bremerhavens.

 
1820 
lassen sich die ersten Gewerbetreibenden nieder; Branntweinbrennerei, Bierbrauerei, Leimsiederei, Lohgerberei, Weißgerberei und später die Färberei der Familie Einstmann.

 
1816 
am 29. August verstirbt Schroeter im Alter von 71 Jahren und wird an der Westseite der Klosterkirche beigesetzt. Das Grab ist erhalten. Die Sternwarte wird unter Verlagerung der wertvollen Instrumente nach Göttingen aufgelöst und die letzten Gebäudereste werden um 1840 abgebrochen.

 
1813 
am 21. April wird Lilienthal im Zuge einer Strafaktion während des Befreiungskrieges von französischen Truppen niedergebrannt. Die Truper Kapelle sowie 80 Häuser in Lilienthal, Warf, Truperdeich und Trupe werden zerstört. Die Klosterkirche bleibt unversehrt. Wertvolle Aufzeichnungen und Manuskripte Schroeters werden in dessen Wohnhaus ein Raub der Flammen. Die noch erhaltene große Sternwarte im Amtsgarten wird jedoch geplündert.

 
1811 
wird der Kanton Lilienthal zu einem Bestandteil des Kaiserreiches Frankreich im Departement 129 „Bouches Du Weser“ (Wesermündung) mit der Hauptstadt Bremen. Der Sohn Schroeters wird als Kanton-Maire berufen. Unter Schroeter als Präsidenten erhält Lilienthal seinen ersten Gemeinderat, der aus 10 Mitgliedern besteht.

 
1810 
überlässt Napoleon I. Lilienthal seinem Bruder Jerome und wird damit ein königlich westfälisches Amt. Schroeter wird jedoch bald darauf von der Verwaltung in Kassel seiner Ämter enthoben und Lilienthal zu einem Kanton im Norddepartement des Königreiches Westfalen umgewandelt.

 
1800
Am 20. September wird in Lilienthal die „Astronomische Gesellschaft“ gegründet, die erste astronomische Vereinigung der Welt, heute noch existierend. Gründer waren: J. H. Schroeter, Karl Ludwig Harding, Wilhelm Olbers, Franz von Zach, Johann Gildemeister, Ferdinand Adolf von Ende sowie 18 weitere führende Astronomen in Europa. Mitglieder der Gesellschaft entdeckten 4 neue, kleine Planeten - darunter in Lilienthal die Juno.

 
1782-1816 
wird Johann Hieronymus Schroeter von König Georg III als Oberamtmann des Amtes Lilienthal eingesetzt.
Lilienthal und die umliegenden Dörfer werden 1795 zum ersten Mal katastermäßig aufgenommen, die Einwohnerzahl verdoppelt sich. (1795: 62 Häuser).
Schroeter errichtet im Lilienthaler Amtsgarten mit insgesamt 4 Observatorien die größte Sternwarte Europas. Der Spiegel seines großen Teleskops weist einen Durchmesser von 52 cm auf, die Brennweite des Instrumentes beträgt 27 Fuß = 8,25 Meter.
Oberamtmann Dr. J. H. Schroeter zählt zu den hervorragendsten international bekannten Astronomen und gilt als der eifrigste Beobachter der Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Er veröffentlichte über seine Forschungsergebnisse 16 Bücher. Die Forschungsstätte Lilienthal wird in ganz Europa bekannt und zieht Wissenschaftler von Rang und Namen in die Gemeinde.
Zur Mehrung des Rufes seines Amtes und für Gäste gründet Schroeter 1800 zusammen mit dem Bremer Arzt Dr. Heinecken mit der Errichtung eines Badehauses das „Kurbad Lilienthal“, welches jedoch schon im Jahre 1803 wieder geschlossen wird.

 
1750-1764 
werden von Lilienthal aus folgende Kolonien im sogenannten Königsmoor gegründet: Worphausen, Lüninghausen, Westerwede, Südwede, Worpheim und später (1803) Schrötersdorf.

 
1719 
kauft Georg I, Kurfürst von Hannover und König von England zunächst von Dänemark und danach noch einmal von Schweden das ehemalige Herzogtum Bremen. Lilienthal wird damit ein kurfürstliches hannoversches Amt. Mittelpunkt eines Verwaltungskreises, dem alle umliegenden Dörfer angehören. Beginn der selbständigen politischen Gemeinde.

 
1712 - 1715 
wird Lilienthal im Nordischen Krieg von dänischen Truppen besetzt und ein königlich dänisches Amt.

 
1692 
Mit dem Tode der Landgräfin Eleonore fällt das Gebiet des ehemaligen Klosters Lilienthal wieder an die Schwedische Krone zurück. Die baufälligen Wohngebäude des alten Klosters werden abgerissen und für die Einwohner Lilienthals wird vor der erhalten gebliebenen Klosterkirche ein Friedhof angelegt. Es erfolgt nun die Gründung des schwedischen Klosteramtes Lilienthal und Umwandlung des Klostergartens im Süden der Kirche in den jetzigen Amtsgarten.

 
1648 
fällt nach Beendigung des 30-jährigen Krieges im Frieden von Münster und Osnabrück das ehemalige Erzbistum Bremen als neues Herzogtum Bremen einschließlich aller Besitzungen des vormaligen Klosters Lilienthal als Kriegsentschädigung an Schweden, es überlässt aber den ehemaligen Klosterstaat dem Landgrafen Friedrich von Hessen-Eschwege als Dotation. Nach seinem Tode im Jahre 1655 wird die Landgräfin Eleonore von Hessen-Eschwege, eine Schwester des schwedischen Königs Karl X. als Erbin eingesetzt und residiert abwechselnd in Lilienthal und Osterholz. Nun beginnt die Aufteilung des Klosterstaates an siedlungswillige Bauern.

 
1646 
wird unter schwedischer Oberherrschaft während des 30-jährigen Krieges das Kloster Lilienthal aufgelöst und die Klosterkirche als neue ev. Pfarrkirche mit der Pfarre in Trupe zur Kirchengemeinde Trupe-Lilienthal zusammengelegt.

 
1635
 
kehren 15 Klosterschwestern von Bremen nach Lilienthal zurück.

 
1630 
werden die inzwischen lutherischen Nonnen vertrieben. Das Kloster wird versiegelt.

 
1552 
tritt das Kloster zur lutherischen Lehre über, bleibt aber zunächst bestehen.

 
1425 
schließt sich das Kloster der Reformbewegung der Bursfelder Kongregation an.

 
Um 1400 
sind dem Kloster 80 Dörfer zinspflichtig.

 
1250-1262 
erfolgt die Verlegung des Klosters Lilienthal an den jetzigen Standort beim Lilienthaler Rathaus. Auf dem ehemaligen Gelände der Gemeinde Borgfeld, welches durch Kauf und Schenkungen in den Besitz des Klosters übergeht, wird die heute noch vorhandene steinerne Kirche St. Marien errichtet. Das Kloster erhält reiche Stiftungen.

 
1232 
gründet Erzbischof Gerhard II. von Bremen das Zisterzienser-Nonnenkloster Lilienthal auf dem Gelände des Vorwerks Höge im St. Jürgensland. Eine erste Holzkirche wird erbaut. Trupe, St. Jürgen und Feldhausen fallen an das Kloster.

 
Um 1200
wird die alte Kirche in St. Jürgen errichtet. Ein Vorgängerbau, aus Sandsteinen als Wallfahrtskirche errichtet, befand sich dort schon um 800 im St. Jürgensland, zugleich auch als Schutz- und Wehrkirche dienend.

 
1180 
entsteht der erste Bauabschnitt der alten Kirche in Trupe für die Bewohner von Trupe und Feldhausen. Die Truper Kapelle stellt damit das älteste noch bestehende Gebäude im Landkreis Osterholz dar.

 
Circa 800-1106 
werden auf den ehemaligen Sanddünen des Weser-Urstromtals die ersten Wurthen angelegt und die Orte Trupe, Feldhausen und Wallerbroke (St. Jürgen) gegründet.

 
Um circa 700 
Errichtung der „Antiqua Sidewendige“, des Hauptdeiches gegen die Hochwasser des alten Wörpe-Ostarms, der heute die Hauptstraße und die Falkenberger Landstraße bildet und vom Borgfelder Landhaus bis zu den Höfen im alten Veerenmoor bei Kutscher Behrens verläuft.

Heimatmuseum Lilienthal

Feldhäuser Straße 16
28865 Lilienthal
Tel.: (04298) 60 11
www.heimatverein-lilienthal.de